Giessen, binden, ausgeizen – was deine Tomaten jetzt wirklich brauchen
- Angelika Dyllong
- 27. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Die Hitze ist da – und damit kommen die Fragen. Wann giessen? Wie oft hochbinden? Und muss schon ausgegeistert werden? Hier kommt die ehrliche Übersicht für jetzt.
Empfehlung für das Beitragsbild – siehe unten
Giessen bei Hitze – aber richtig
Wenn die Temperaturen über 25 Grad klettern, verdunstet die Erde schneller als man denkt. Tomaten reagieren empfindlich: zu wenig Wasser führt zu Blütenendenfäule, unregelmässiges Giessen zu Platzen der Früchte. Die Regel ist einfach – aber sie muss konsequent umgesetzt werden.
Morgens giessen, nicht mittags. Das Wasser kann in den Boden sinken, bevor die Sonne es verdunstet. Abends ist die zweite Möglichkeit – aber dann trocken auf die Blätter achten: nasse Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten. Wie viel? Lieber seltener, dafür gründlich. Oberfläche anfeuchten reicht nicht – das Wasser muss tief in den Wurzelbereich. Bei Hitze täglich, bei sehr trockener Luft zweimal am Tag – morgens und abends je eine ordentliche Portion.
Mulchen hilft enorm. Eine Schicht Stroh, Rasenschnitt oder Rindenmulch direkt um die Pflanze hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt vor Temperaturschwankungen.
Hochbinden – ab wann, und wie oft?
Wenn die Pflanzen über 40–50 cm wachsen, sollten sie beginnen, eine Stütze zu bekommen. Das gilt jetzt. Nicht weil sie umfallen – sondern weil das Gewicht der wachsenden Triebe und der ersten Früchte den Stamm unter Stress setzt.
Nicht zu fest binden. Zwischen Stab und Stengel sollte immer etwas Spielraum sein – eine Schlaufe, kein Knoten. Wer Schnur verwendet: natürliche Materialien wie Kokos oder Jute sind schonend und stützen gleichzeitig gut.
Faustregel: Alle 20–25 cm ein neues Fixierpunkt, sobald der neue Trieb diese Länge erreicht hat. Bei Rispen- und Flaschentomaten besonders wichtig – das Gewicht der Trauben unterschätzt man schnell. Ausgeizen – jetzt schon?
Ja. Eindeutig. Gerade jetzt, wenn die Pflanze in Fahrt kommt, schiesst sie auch an allen Achseln Triebe aus. Diese Geiz- oder Achseltriebe kosten Energie, die sonst in die Früchte fliesst – bei Rispensorten und historischen einstämmig geführten Tomaten gehören sie weg.
Ausgeizen am besten morgens, wenn die Triebe noch klein sind (unter 5 cm). Dann brechen sie sauber ab – und die Wunde trocknet über den Tag ab. Grösse Geiztraum lieber mit einem sauberen Messer entfernen, damit nichts reisst.
Ausnahme Buschtomaten: Mehrstämmige Sorten oder Wildtomaten werden nicht oder kaum ausgegeizt – hier gehören die Seitentriebe zum Konzept der Pflanze.
Was jetzt noch kommt – ein Ausblick auf die Saison
Juni
Erste Blüten, Bestäubung unterstützen, Düngung starten
Juli
Fruchtansatz prüfen, Braunfäule im Blick behalten, weiter ausgeizen
August
Reife der ersten Sorten, Blätter unten entfernen für Luftzirkulation
September
Haupternte, Endabtrieb kappen, grüne Tomaten nachreifen lassen
Hast du Fragen zu deinen Tomaten – oder siehst du gerade etwas, das dir komisch vorkommt? Schreib mir. Ich freue mich immer über Bilder aus euren Gärten und Balkonen.



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