Selber anziehen oder kaufen? Sinn und Unsinn der eigenen Anzucht
- Angelika Dyllong
- 7. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Jedes Jahr im März dieselbe Frage: Lohnt sich das wirklich, selber anzusäen? Die Fensterbank voll mit Töpfchen, täglich giessen, Licht optimieren, pikieren, warten. Oder einfach im Mai fertige Setzlinge kaufen und loslegen?
Die ehrliche Antwort: Beides hat seine Berechtigung. Es kommt darauf an, was man sucht.
Für die eigene Anzucht spricht
Zugang zu alten, samenechten Sorten
Volle Kontrolle über Erde, Wasser, Dünger
Günstiger bei mehreren Pflanzen
Eigene Samen ziehen für nächstes Jahr
Der Prozess macht Freude – wenn man ihn mag
Gegen die eigene Anzucht spricht
Braucht Platz, Licht und Geduld ab März
Vergeilen und Pilzprobleme möglich
Für 2–3 Pflanzen kaum Ersparnis
Gute Gärtnereien bieten alte Sorten an
nicht zu unterschätzen: der Zeitbedarf
Gekaufte Setzlinge sind oft robuster gestartet
Was mich persönlich überzeugt hat, beim Selberanziehen zu bleiben: die Sortenvielfalt. Im Handel findet man meist drei, vier Standardsorten. Wer Ananas Noir, Black Prince oder Green Zebra anbauen möchte, kommt das Suchen vor regionalen Märkten oder um Saatgut kaum herum.
Wer nur eine Handvoll Pflanzen möchte und keine Lieblingssorte hat – kauft ruhig Setzlinge. Wer neugierig ist, alte Sorten entdecken und eigene Samen ziehen will – der fängt im März an.
Beides führt zum selben Ziel: sonnenwarm geerntete Tomaten vom eigenen Balkon. Und das ist das eigentlich Entscheidende. Was mich dieses Jahr das erste Mal hat Setzlinge kaufen lassen: Ich war immer zu spät dran. Selbst wenn ich Anfang März angesät habe, waren meine Setzlinge immer noch sehr klein im Mai. Dann kam das ständige vergeilen dazu, wenn der Winter zu lange zu kalt war. Und als Vollzeitangestellte habe ich keine Möglichkeit, mittags die Setzlinge rauszustellen. Die notwendige Pflege will ich nicht mehr leisten, wenn ich auf Setzlingsmärkten nicht nur neue Sorten,
sondern auch meine Lieblinge bekommen kann.



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